Über ein paar Sphären, die noch zu klären wären

Aus dem Tagebuch

von Wolfgang Nitschke

Wolfgang Nitschke - © Manfred Linke / laif
Über ein paar Sphären, die noch zu klären wären
 
... und anderes Neues aus dem Tagebuch

Von Wolfgang Nitschke
 

11.12.23
Klassischer, deutscher Baerbockmist
Stellvertretend für alle anderen schreibt heute der „stern“:
„Baerbock warnt: Hunger in Gaza nährt Terrorismus“
Hallo Frau Baerbock,
gehen wir mal der Reihe nach vor. Im sog. Gaza-Streifen vollzieht sich eine menschliche Katastrophe sondergleichen. Das ist richtig. Und daß es eine Katastrophe ist, darin sind sich alle Menschen einig. Mit Ausnahme der Hamas. Weil die das so will, weil das das Wesen ihrer barbarischen „Politik“ ist.
Nach jahrzehntelangem mörderischen Hin und Her (seitens Israel aber immer noch unterhalb der Schwelle zu Kriegsverbrechen und Völkermord) kam der 7. Oktober ‘23, der grausamste Angriff auf die Juden seit dem Holocaust, der jedem, der es wollte, unweigerlich die Augen öffnete über die Hamas, die Politik nur versteht als rei­nes Abschlachten der Menschen.
Seit dem 7. Oktober bleibt den Israelis also nichts anderes übrig, als die Hamas zu vernichten. Wenn jetzt der Gaza-Streifen aussieht wie nach einem Völkermord, weil sie die eigene Bevölkerung als Schutz­schild mißbraucht hat, hat sich die Terrororganisation das selber zuzuschreiben.
Wenn die deutsche Bundesaußenministerin demnach behauptet, der „Hunger ernähre in Gaza den Terrorismus“, dann verwechselt sie wider besseren Wissens Ursache und Wirkung.
Was also will sie wirklich?
Wahrscheinlich weiß sie es selber nicht. Von Solidarität, gar von „bedin­gungsloser Solidarität mit Israel“ ist hier jedenfalls weit und breit nichts zu sehen.
Um so mehr jedoch von der Peinlichkeit, daß ausgerechnet ein 43jähriges deutsches Küken einem 74 Jahre alten, kriegs- und leiderfah­renen Juden (bei aller berechtigten Kritik) auch noch Lehren erteilen und die Leviten lesen will.
Die einzige Lehre aber, die Israel aus alledem wohl ziehen dürfte, ist die, sich künftig nur noch auf sich selbst verlassen zu können. (Und da dürften sich so einige Gestalten im Orient im Gegenzug schon mal warm anziehen.)
q.e.d.
 
15.12.23
Und ich dachte, ich spinne ...
Die KVB, die Kölner VerkehrsBetriebe, sind für mich persönlich – also, ich sag das jetzt einfach mal so – nicht nur ziemlich wichtig, um von hier nach da zu kommen, sondern auch von da nach hier. Im Prinzip fahr ich auch ganz gern mit der KVB. Manchmal hat man in der Straßenbahn oder auch im Bus sogar unfassbare Erlebnisse.
Heute morgen zum Beispiel: Ich war noch recht angedüdelt vom Vorabend, ich hatte den letzten freien Platz ergattert und schaute mich so um. Praktisch alle glotzten ohne Pause auf ihr Handy, in ihr Smartphone oder I phone oder in watweißichfürntelefon. Da sah ich plötzlich eine junge Frau, ca. 3 Meter von mir entfernt, und ich dachte, nee, komm, dat kann nich wahr sein, ich dachte, ich spinne, die las tatsächlich in einem BUCH! In einem Buch!!
Aber kann auch sein, daß ich mich verguckt hatte. Wegen Alkohol und dem ganzen Zeug.
 
16.12.23
Ach, das ewige Kreuz mit der Demokratie
Wenn drüben am nächsten Sonntag Wahlen wären, (Gottseidank is es noch nich so weit), säh das Desaster laut repräsentativer Um­frage folgendermaßen aus:
CDU 24%
SPD 12%
Grüne 9%
Linke 9%
FDP 4%
andere 10%
und
AfD 32%

Es ist wohl an der Zeit, uns ein anderes Volk zu wählen.

***
Ich war immer dafür – und da hat sich auch nix dran geändert –,
die gesamte Gegend da (ausgenommen Berlin äh, West) für‘nen Heier­mann an irgend‘ne türkische Pommesbude zu verkloppen.
Und an Konrad Adenauer war übrigens auch nicht alles schlecht.
Für den begann bereits östlich der Elbe der Kommunismus,
während Magdeburg schon Asien war. Wobei er mit diesem Magde­burg ja nicht ganz so daneben lag. Und das Wort Kommunismus hat er halt nur - wie alle andern auch - irgendwie falsch verstanden.
 
17.12.23
3. Advent – da kommt was auf uns zu!
Die ‚Lufthansa‘, ein piekfeiner Luftverpester-Konzern der piek­feinen Art fordert wegen Störaktionen an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf und Berlin von 10 Aktivisten der Umweltgruppe „Letzte Generation“ Schadensersatz in Höhe von 740.000 Euro.
Auf die Kohle kann se aber lange warten.
***
Und noch zwei Büchertipps zum Jahresende nach der 'konkret'-Devise „Lesen, was andere nicht wissen wollen“:
„Die Israel-Boykottbewegung - Alter Haß in neuem Gewand“
von Alex Feuerherdt und Florian Markl
und
das neue „Kursbuch 216 – Paßt euch an!“
 
14.12.23
Über ein paar Sphären, die noch zu klären wären
Als die CDU am Montag ihr neues, „revolutionäres“, neo-christliches Par­teiprogramm der Weltöffentlichkeit vorstellte, war man so der­maßen besoffen von sich selber und darüber, „Angie“, ihre Königin der Herzen, hiermit endgültig erledigt zu haben, daß Merz schon anfing, kandesbunz­­lermäßig rumzusalbadern. Doch es kam was dazwischen.
Gut, das Gemecker von Linken, SPD und Grünen konnte man ja schon rückwärts pfeifen. Aber noch ehe die Nacht den Tag verdun­kelte, kam der Aiman um die Ecke gepilgert, der Herr Aiman Maz­yek vom Zentralrat der Muslime in Deutschland, und beschwerte sich in seiner gewohnten Schmierlappen-Art über die muslim-und aus­län­derfeindlichen Sätze im neuen CDU-Parteiprogramm. Und der Aiman stand nicht alleine da.
Alle anderen waren auch gekommen, alles Leute, die nach Merz seiner Leitkultur gar nicht hier sein dürften, Leute, die seit rund 1500 Jahren auf ein Buch schwören, das sie nie gelesen haben, Leute, die seit 1500 Jahren heute dies und morgen das erzählen,
ja, sogar die Leute, die als einzige genau die Sure in Mohammeds fetten Schinken kennen, wonach der Prophet kund tat ('Lang lebe der Prophet!), man dürfe
ja um Himmels Willen beispielsweise normalerweise nicht lügen, wenn jedoch kein anderer Ausweg offenstünde, dürfte man. So der Pro­phet ('Lang lebe der Prophet!). Und zwar alles. Alles, was einem als Mohammeda­ner selber zum Vorteile gereiche und obendrein dem Lobe Allahs diene. Also alles. Inklusive der bei allen wie auch bei Merz und seinem Flötenchor beliebten Flexibili­tät in Sachen Demokratie.
(Wir erinnern uns ungern an den christlichen Chilenen Augusto Pinochet, der nach seinem Putsch es so formuliert hat: „Die Demokratie muß hin und wieder in Blut gebadet werden.“)
Warum denn immer nur das Gute suchen, wo das Böse liegt so nah. Mit anderen Worten:
Wenn Mohammeds Follower nach denselben überirdischen Werten sich richten wie alle andern Abergläubischen, Religiösen, Esoteriker und Metaphysiker auch, wenn man die Unter­schiede also zwischen all den Jenseitssuchern suchen muß wie jene Nadel im Heuhaufen, was treibt den Merz und seine Hörigen dann an, abermals auf ein Neues den inneren Schweinehund und den Ausländer­feind zu mobi­lisieren und von der Leine zu lassen?
Zweimal dürfen se raten.